Märchenkosmos

 

Janette Rauch

Meine Vision

Die Zeichen der Zeit.
Hektik und Stress prägen unser Leben. Der Leistungsdruck nimmt täglich zu. Die andauernde Reizüberflutung überfordert unsere Sinne. Wir sind umgeben von einem ständigen Lärmpegel. Wir tauschen von morgens bis abends Informationen aus und unsere Augen sind im Dauereinsatz, weil sie wieder und wieder etwas aufnehmen müssen, was unser Gehirn fast ohne Unterbrechungen kommentiert. Die Sprache wird roher und einsilbiger. Wir alle brauchen Zeit und Räume der Erholung und Entschleunigung und Besinnliches, um einfach den Alltag mal kurz loslassen zu können.

Die Entführung

Ich möchte Sie mit meinem Märchen Kosmos für Augenblicke in die wunderbare Welt der Märchen entführen, Ihnen Geschichten voller Kraft und Bilder erzählen, Sie anregen, sich die Sprache auf der Zunge zergehen zu lassen, eine Sprache, die schöner kaum sein kann. Ich möchte mit Ihnen meine Begeisterung für die Kulturen ferner Länder teilen und Sie mitnehmen auf meine schönste Reise: die Reise zu den Märchen und ihren Ursprungsländern.

Die Sinne

Ich möchte mit dem Klang meiner Stimme Ihre Ohren umschmeicheln,
mit den Klängen der Musik Ihr Herz erobern, mit Licht und Bildern eine warme und sinnliche Atmosphäre zaubern, Sie mit den Märchen rühren und berühren, lebendig und kraftvoll, mit kleinen Leckereien des Märchenlandes Ihren Gaumen verwöhnen, alle Ihre Sinne einladen, den Zauber der jeweiligen Kultur zu genießen.

Ich würde mich freuen, Sie an einem dieser Märchenkosmos-Abende begrüßen zu dürfen!

Ihre Janette Rauch

Maerchenkosmos Pinselkante 1

Reisen Sie mit mir in die Welt der Märchen

Schon als Kind habe ich Märchen sehr geliebt.
Ich habe die Schallplatten rauf und runter gehört und bin voller Vertrauen in diese Welt eingetaucht. Ich habe mitgefiebert, habe mich erschreckt, habe mitgeweint und mich berühren lassen. Ich war der Held oder die Heldin. Meist die Prinzessin. Doch dann verlor ich die Märchen aus den Augen.

Während meiner schauspielerischen Arbeit durfte ich viele Teile unserer Welt bereisen.
Durch die Begegnung mit den verschiedenen Kulturen, Völkern, Landschaften, Religionen und Menschen, habe ich meine Liebe zum Reisen entdeckt. Ich liebe das Abenteuer. Immer mehr begann ich, mich für die Kulturen, die Geschichte und Geschichten des jeweiligen Landes zu interessieren. So stieß ich immer wieder auf Märchen und Sagen.

Und wieder übten sie denselben Zauber auf mich aus wie damals.
Was für ein unglaublicher Schatz, der weltweit für uns bereit liegt!

Es ist mein schönstes Abenteuer, mich auf diese Reise zu begeben und Sie mitzunehmen!

Die 1. Reise

Asien - Entlang der Seidenstraße

Maerchenkosmos Reise 1+

Ich reise mit Ihnen auf den alten Handelswegen, entlang der Seidenstraße, zu den Kulturen Asiens.

Afghanistan, Tibet, China, das persische Reich und der Libanon werden unsere ersten Ziele dieser Reise sein. Erfahren Sie mehr über die Mythen, die Kultur, die Menschen und ihre Geschichten.

List und Tücke findet sich immer wieder in den asiatischen Märchen, aber auch die Liebe, das Phantastische, das Wunder und die Gier der Menschen.

Begleitet werde ich von Gabriel Hernandez-Westphal und den Klängen seines klassischen Gitarrenspiels.

Wir freuen uns schon jetzt auf diesen wundervollen Abend und noch mehr darauf, Sie als Gäste begrüßen zu dürfen.

Die Hochkulturen entlang der Seidenstraße

Asien ist ein sehr besonderer Kontinent, ein Schmelztiegel für unzählige Kulturen.

Die Griechen, die Chinesen, die Perser, die Römer, die Mongolen, die Araber, die Osmanen, um nur einige zu nennen, prägten den asiatischen Raum mit ihren verschiedenen Kulturen. Große Reiche und Hochkulturen entstanden. Der Handel zwischen den Völkern begann zu florieren. Die Seidenstraße, die Weihrauchstraße, die Gewürzstraße entstanden. Karawanen zogen von Ost nach West und von West nach Ost, passierten riesige Gebirgsketten, saftige Ebenen und Wüsten. Das Klima war oft erbarmungslos. Nicht nur Waren, wie Gold, Silber, Bernstein, Gewürze, Seide, Schießpulver, Waffen, Porzellan, Papier und Wissenschaften wurden auf diesem Wege transportiert, sondern auch Religionen, Mythen, Legenden und Märchen.

Die Märchen sind bei allen Völkern eng mit den Entstehungsmythen, Sagen, Legenden ,der Geschichte der jeweiligen Kultur und ihrer Religion verbunden. Hier ein kleiner Einblick! Mehr erfahren Sie dann auf meinen Abenden

Die Stationen meiner Märchenreisen

China

In China gibt es zwei wichtige Entstehungsmythen. Hier einer davon

1. Pan Gu

Vor langer Zeit, nicht in einem Land vor unserer Zeit, sondern zu einer Zeit vor dem Land, gab es nichts im Universum außer einem riesigen Eiförmigen Ding.
Im inneren des "Eies" , waren die entgegengesetzten Kräfte von Ying und Yang vollständig durcheinander, es war ein komplettes Chaos. Aber im Laufe der Zeit brachten die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Substanzen und Energien, schließlich ein Wesen hervor - einen zotteligen, gehörnten Riesen namens Pan Gu.
18.000 Jahre schlief Pan Gu und wuchs. Eines Tages erwachte er plötzlich. Er öffnete die Augen, sah aber nur tiefe Dunkelheit. Er spitzte die Ohren hörte aber nur zermürbendes Schweigen. Pan Gu war mit seiner tristen Umgebung sehr unzufrieden.

Das ungeheuerliche Ei

Ganz verwirrt zauberte Pan Gu eine magische Axt herbei und landete einen mächtigen Hieb auf dem Ei.Das Ei zerbrach mit einem lauten Donnern in zwei Teile. Langsam begannen sich Yin und Yang zu trennen. Alles dunkle und schwere sank nach unten und formte die Erde. Und der Rest, leicht und hell, stieg nach oben und bildete den Himmel.
Aber Pan Gu befürchtete, dass sich die Hälften wieder schliessen würden und so stellte er sich zwischen sie um sie auseinander zu halten. Mit jedem Tag stieg der Himmel über ihm um drei Meter weiter nach oben, die Erde unter ihm wuchs um drei Meter an und Pan Gu selbst nahm ebenfalls um drei Meter zu, um mit der wachsenden Ausdehnung Schritt zu halten. Es war eine einsame und anstrengende Arbeit. Diese Mühen ertrug der pflichtbewußte Riese für weitere 18.000 Jahre, bis er sicher war, das die Weltkreise endlich stabil waren. Dann gab es einen lauten Knall und Pan Gu fiel um und starb.
Als der erschöpfte Pan Gu zusammenbrach, fand eine wundersame Verwandlung statt. Sein letzter Atem verwandelte sich in Wind und Wolken; seine Stimme in grollenden Donner; sein linkes Auge flammte als Sonne auf und das rechte Auge leuchtete als Mond; sein Harr und sein Bart wurden zu Sternen der Milchstrasse; seine Glieder, sowie Hände und Füße verwandelten sich in große Berge und das Blut in seinen Adern, in fließende Flüsse; sein Gleich verwandelte sich in fruchtbares Ackerland, seine Knochen wurden zu Edelsteinen und Mineralien; sein Zähne und Nägel wurden glänzende Metalle; die Haare auf seiner Haut entfalteten schien einer üppigen Vegetation und der Schweiß, der von seiner unaufhörlichen Arbeit herrührte, fiel als Regenwasser auf die Welt der Sterblichen.
Einige sagen, dass Pan Gu nie gestorben ist, sondern sich in Menschen verwandelte, was nach altem chinesischen Glauben bedeutet, dass die Menschen die Seele aller Materie sind.
Pan Gu opferte sein Leben, um die Welt zu erschaffen und seinen Körper, um sie zu verschönern und zu bereichern. Heute ist der Himmel mit leuchtenden Himmelskörpern verziert und die Erde mit großen Bergen und Flüssen, sowie Flora und Fauna in Hülle und Fülle geformt. Pan Gu der Riesen-Gott, der aus einem Ei kam, ist nirgend, aber überall zu finden.

Persien( der heutige Iran) war einer der wichtigsten Kreuzwege der alten Welt, wo jahrhundertelang Händler und Siedler aus fast allen Richtungen zusammenkamen und zu dem hohen Kulturstand der Region beitrug.
Über Persien gibt es so vieles zu erzählen.
Wesentlich geprägt hat dieses Land ein Mann namens Zarathustra. Noch immer umwittert ihn ein Geheimnis, denn niemand kann genau sagen, wann er eigentlich gelebt hat. Seine Lehren haben noch heute Anhänger. Bis ins späte 1. Jhd. n Chr. war der Zarothrismus eine Weltreligion
Die Leere Zarathustras hatte drei Grundsätze :
Gute Gedanken
gute Worte
gute Taten

Hier der Mythos
"Der erste Gott Zervan ( Zeit ) lebte in der Urleere, die vor der Schöpfung existierte. Er sehnte sich nach einem Sohn, aber da er an seiner Schöpferkraft zweifelte schuf er zwei. Ahura Masda ( Herr der Weisheit) der aus seinem Optimismus geboren wurde und Ahriman, der aus dem Zweifel entstand. Vor ihrer Geburt sagte Zerrann voraus, das der Erstgeborene die Welt regieren würde. Als Ahriman dies hörte, drängte er sich vor seinem Bruder, der zuerst geboren werden sollte, auf die Welt. Zu Zervan sagte er, er sei der Erstgeborene Ahura Masda, doch der Gott durchschaute ihn, denn er wusste, dass Ahura Masda hell war und duftete, Ahriman hingegen war dunkel und stank.
Nach seiner Geburt machte sich Ahura Masda daran, das Universum zu formen. Er schuf Sonne, Mond und Sterne und alles was in der Welt gut war.Zudem schuf er sechs Unsterbliche, die auch über die Schöpfung herrschen sollten. Ahriman sandte böse Dämonen, um Ahura Masda anzugreifen, doch dieser verbannte seinen Bruder in die Finsternis. Dann schuf er den ersten Menschen Gaya Maretan. Zunächst schien alles gut, aber dann kehrte Ahriman aus der Finsternis zurück und brachte brachte Hunger, Krankheit, Schmerz, Wollust und Tod. Er liess das Land verdorren, zerstörte die Ernten, besudelte die Erde und vergiftete Gaya Maretan, sodass er starb. Als Aura Masda sah, das Gaya Maretan starb, nahm er dessen Samen und schuf daraus das erste Menschenpaar, Maschya und Maschyai. Die beiden waren sterblich, doch ihre Kinder zeugten weitere Generationen und sicherten so den Fortbestand der Menschheit. Aura Masda konnte Ahriman nicht besiegen und schloß ihn deshalb in der Schöpfung ein, den Menschen aber gab er die freie Wahl zwischen Gut und Böse. Der Kampf zwischen diesen beiden Kräften wird erst am Ende der Zeit entschieden werden, wenn der Erlöser Saoschyant kommen und mit Ahura Masda gemeinsam Ahriman und das Böse vernichten wird. Dann werden die Menschen gut und rein, und eine neue Welt wird erschaffen, in der alles gut ist und die Trennung von Körper und Seele nicht mehr existiert."

Quelle:     Text "Der Mythos"
Dk Verlag/Dorling Kindersley Verlag GmbH
Buchtitel: Mythen&Sagen aus allen Kulturen

 

 

Tausend und eine Nacht ist wohl eines der bekanntesten Märchenbücher der Welt. Eine Sammlung an Geschichten aus vielen Teilen der Welt.
Bagdad war im 900 Jhd.n Chr. eine florierende Handelsstadt.

Quelle:     Text "Der Mythos"
Dk Verlag/Dorling Kindersley Verlag GmbH
Buchtitel: Mythen&Sagen aus allen Kulturen

Die 2. Reise

 Rußland - Mongolei

Maerchenkosmos Reise 2

Ein Märchenabend für Erwachsene

Freuen Sie sich auf die wunderbaren Märchengestalten und Fabelwesen aus dem mongolischen und russischen Raum. Baba Jaga, der Feuervogel, fliegende Wölfe, der böse Gegenspieler Koschtschei und viele andere warten darauf, Sie in ihre Welt mitzunehmen.

Janette Rauch entführt Sie mit ihrer samtweichen Stimme in diese andere, unbekannte und geheimnisvolle Welt, begleitet von den feurigen und melancholischen Klängen Heiner Frauendorfs auf dem Akkordeon.

Ein Abend voller Temperament und Sinnlichkeit.

Akkordeon: Heiner Frauendorf

Licht/Bühne: Peder W. Strux

Die 2. Reise

Die Karavane zieht weiter in die Mongolei

 

Die Mongolen lebten meist als einfaches Nomadenvolk. Sie zogen mit ihren Tieren durch das Land auf der Suche nach Nahrung. Auf diesen Wegen begegneten ihnen unzählige Gefahren: Stammes­kriege, das Klima und die wilde Natur. Von den frühen Erzählungen der Mongolen ist nur wenig erhalten, da die Märchen auch hier mündlich überliefert wurden. Viele mongolische Märchen erzählen von Tieren, über deren Begegnung mit den Menschen und anderen Lebewesen, wie Verstorbenen oder bösen Geistern. Die mongolischen Tiermärchen sind mit die schönsten, witzigsten und klügsten Märchen. Sie handeln von Murmeltieren, Wölfen, Bären, Gazellen, Schneetigern, klugen Ziegen, Wildpferden und vielen anderen. Aber das Pferd war und ist für den Mongolen eines seiner wichtigsten Tiere. Heißt es doch: „Ein Mongole ohne Pferd ist wie ein Vogel ohne Flügel.“

Es gibt Märchen, die von übermütigen Jünglingen erzählen, die die Natur oder wilde Tiere bezwingen müssen, die der Dürre entkommen, Hunger leiden, daran reifen und, oft auch durch die Hilfe der Tiere, immer einen Weg hinaus in ihr Glück finden. Sie erzählen von mutigen Kriegern, Bogenschützen, schlitzohrigen Lamas, diebischem Gesindel und Faulpelzen. Wie in anderen Kulturen geht es auch in mongolischen Märchen um Gier, Verrat, Kummer, Leid, Gerechtigkeit, Liebe, Gehorsam, Klugheit, List und Weisheit.

Durch den Norden der Mongolei ziehen sich riesige Flüsse, die in den Baikalsee münden. Dieser ist mit 1642 Metern der tiefste und mit mehr als 25 Millionen Jahren der älteste Süßwassersee der Erde.

Im Süden: die Wüste Gobi. Im Nordwesten erheben sich die Gipfel des Altai Gebirges. Mehr als 4000 Meter hoch. Und im Osten erstreckt sich der ewig blaue Himmel und die endlose Weite der Grassteppen.

Dschingis Khan

Dschingis Khan

Von den frühen Erzählungen der Mongolen ist nur wenig erhalten, da die Märchen auch hier mündlich überliefert wurden.

Im 13. Jahrhundert einte Dschingis Khan ca. 1162- ca. 1227 die Stämme zu einem mongolischen Volk mit einer gemeinsamen Sprache. Er forderte absolute Treue und Unterwerfung und versprach seinen Untertanen dafür im Gegenzug Schutz und reiche Beute aus den kommenden Eroberungen. Er erschuf eines der größten, je existierenden Reiche. Von den Toren Europas über Russland, China, bis zum Bosporus herrschte er. Doch in den Geschichten, die erhalten blieben, wurde eher von anderen Völkern über die Mongolen berichtet, als dass sie selbst von sich erzählten. Oft wurden sie als wilde Reiterhorde beschrieben, die wie aus dem Nichts kamen, zerstörten, raubten, plünderten und immer mehr Völker unterwarfen.

Alte Mythen und Traditionen

Zur Zeit Dschingis Khans war in der Mongolei noch die Tradition des Tengrismus verbreitet, der Schamanismus der Turkvölker, zu denen auch die Mongolen zählen.

Im Tengrismus besteht der Sinn des Lebens für einen Menschen darin, mit „allem, was unter dem Himmel ist“, also mit seiner Umwelt, im Einklang zu leben. Der Mensch steht in der Mitte der Welten. Er ist geborgen zwischen dem „ewigen blauen Himmel“ und der Mutter Erde, die ihn stützt und ernährt, und einem Herrscher, der als „Sohn des Himmels“ gilt. Mit einer ausgeglichenen Lebensweise hält der Mensch seine Welt im Gleichgewicht und dann strahlt seine persönliche Kraft, sein Windpferd, nach außen. Der Kosmos, die Naturgeister und die Ahnen sorgen dafür, dass es dem Menschen an nichts fehlt und sie beschützen ihn.

Der Schamane ist der Mittler zwischen den Welten. Er kann durch das Erklimmen des „Weltenbaumes“ oder im Flug die Ebenen der Oberwelt erreichen. Er kann in den „Fluss der Seelen“ eintauchen und darin mit der Strömung bis zum Eingang der Unterwelt schwimmen, der im Norden liegt.

Gerade in nomadischen Gemeinschaften tragen die Schamanen als Erzähler das Gedächtnis ihres Volkes weiter und gestalten die umgebende Wirklichkeit magisch-poetisch aus.

vMit Dschingis Kahn, der allen Religionen gegenüber offen war, verbreitete sich der Buddhismus immer mehr in der Mongolei und tritt mit ein in die Welt der mongolischen Märchen. Ab dem 13. Jahrhundert wurden Texte und Erzählungen der Mongolen von Mönchen aufgeschrieben und sind so für uns erhalten geblieben.

 

Neben dem russischen Heldenlied spielt in den Vorträgen der dörflichen Erzähler das Märchen die wichtigste Rolle. Im Gegensatz zum Heldenliede, dessen Tradition sich nur noch in den nordöstlichen Gouvernements lebendig erhalten hat, erfreut sich das Märchen überall in dem weiten Reich sowohl bei Kindern wie Erwachsenen größter Beliebtheit. Auch von diesem Produkt der Volkspoesie geht ein starker Zauber des Geheimnisvollen aus, und um ihn ganz zu erfassen und würdigen zu können, sollten wir einen Blick auf die Art der Überlieferung des russischen Märchens werfen.

 

In Russland beginnt die Geschichte des Märchens nicht mit seinen Stoffen, sondern, mit seinen Verbreitern, den Erzählern.

Im 11. Jahrhundert hatte das Verbot der Kirche, Fabeln zu erzählen, nicht den gewünschten Erfolg, denn die Leidenschaft für Märchen ist stets zu groß gewesen, um sie auszurotten zu können. So wird aus dem 12. Jahrhundert von einem reichen Manne berichtet, der sich vor dem Einschlafen von seinen Dienern die Füße kitzeln und sich dazu Fabeln erzählen ließ.

Es waren die mittelalterlichen Spielleute, die neben ihrer sonstigen Tätigkeit als Musikanten, Sänger und Spaßmacher auch Märchen erzählten und sie so am Leben erhielten.

Die russischen Märchen sind geprägt von immer wiederkehrenden Schlussversen. Dies deutet darauf hin, dass es auch einen berufsmäßigen Stand von Erzählern gab, der die Märchen in eine Form goss, deren Sprache im Wesentlichen bis auf den heutigen Tag die gleiche geblieben ist. Es waren besonders begabte Persönlichkeiten, die den sogenannten Zeremonial-Stil, also die formelhaften Wendungen, beherrschten, und mit ihrem Schatz an guten Märchen die Dorfgenossen in den arbeitsfreien Stunden unterhielten. Häufig waren es Personen, die weit im Land herumkamen, wie die wandernden Handwerker und Bettler, vielfach auch Fischer und Seeleute.

Wie überall wurden die Märchen und Lieder mündlich übertragen und erst ab dem 18. Jahrhundert begann man das Märchen aufzuzeichnen. Ab Mitte des 19. Jhd. erschienen die ersten Märchensammlungen.

Die 3. Reise

Skandinavien

Maerchenkosmos Reise 3

Wer sich hierhin verirrt, trifft in den weitläufigen Feldern nicht selten auf Rentiere und Elche. Daneben stößt er auf vermeintlich verwunschene Wälder, sumpfige Lichtungen und verzauberte Bäche und Seen, wo der Legende nach kleine, mystische Fabelwesen zu Hause sein sollen. Zu den wohl bekanntesten gehören die Trolle.

Doch nicht nur Trolle treiben den schwedischen, norwegischen, dänischen und isländischen  Sagen und Geschichten nach ihr Unwesen in den Weiten der Natur, auch launenhafte Waldnymphen sollen hinter den Bäumen lauern. Wer sich vor dem Zauber der Waldnymphe schützen will, sollte den Erzählungen nach Baldrian oder Johanniskraut bei sich tragen oder ein Kleidungsstück linksherum tragen.

Freuen Sie sich auf einen Abend mit Märchen aus Dänemark, Schweden, Norwegen und Island. Sie erleben in diesen Märchen eine so andere Welt! In diesen Märchen ist oft noch das Archaische sehr zu spüren: die Welt der Götter und der Naturgeister.

Musikalisch begleitet Sie Heiner Frauendorf in diese mystische Welt des Nordens.

Die Märchenfiguren

Der nordischen Mythologie nach hausen die Riesen und Trolle in Utgard, während die Menschen in Midgard und die Aasen in Asgard leben.

Die schwedischen Trolle sind nicht unbedingt Schaden bringend, sondern eher geheimnisvoll und unzuverlässig. Sie leben der Sage nach im Wald. Besonders hat sich der Mythos erhalten, die Trolle würden kleine Kinder stehlen und anstelle des Menschenkindes ihr eigenes Kind ins Kinderbettchen legen, den sogenannten Wechselbalg.

Island wurde von Norwegen aus besiedelt. So verwundert es nicht, dass auch die isländische Folklore und Literatur die Trolle kennt. Die bizarre Vulkanlandschaft Islands ist besonders bei Nebel dazu angetan, Felsformationen als Ungeheuer und Trollvolk erscheinen zu lassen. Viele Geschichten und Mythen ranken sich daher um die Trolle, und nicht selten sind besonders markante Landschaftsbestandteile nach Trollen benannt.

Die Stationen meiner Märchenreisen

Trolle tauchen in zahlreichen Varianten in vielen kulturellen Produkten auf, die sich mehr oder weniger auf die germanisch-nordische Kultur beziehen. Da sie häufig Bewohner
verschiedener Fantasywelten wie der Scheibenwelt oder Mittelerde sind, erscheinen sie auch in den Verarbeitungen dieser Welten in Filmen oder Computerspielen.

 

 

 

Mein team

Ein gutes Essen hängt von der richtigen Gewürzmischung ab. In der künstlerischen Zusammenarbeit ist es nicht anders. Die richtige Prise Musik und Licht ist wichtig um die bestmögliche Atmosphäre zu schaffen. All das gelingt nur im Team.

Gabriel Hernández Westpfahl (Gitarre)

Der in Valladolid (Spanien) geborene Gitarrist Gabriel Hernández Westpfahl begleitete schon früh seinen Vater bei Konzerten zu dessen selbst komponierter und dem Jakobs-Pilgerweg gewidmeten Musik. Nach dem Bau der eigenen Gitarre beim renommierten Gitarrenbauer Kolya Panhuyzen absolviert er erfolgreich das künstlerisch-pädagogische Bachelor-Studium an der Freiburger Hochschule für Musik bei Professor Sonja Prunnbauer, sowie das künstlerische Master-Studium an der Hochschule für Musik & Theater in Hamburg bei Professor Jens Wagner. Schwerpunkt beim Master-Studium war die spanische Gitarre in den verschiedenen Facetten als Barock-, Konzert- und Flamenco-Gitarre sowie als Begleiterin von Gesang und Tanz. Dazu vertiefend wirkte das Erasmus-Auslandssemester in Sevilla (Spanien) am Conservatorio Superior de Música „Manuel Castillo“ bei Professor Jesús Pineda (Konzertgitarre) und Professor Juan Carlos Rivera (Barockgitarre).

Seit frühester Kindheit ist Gabriel Hernández Westpfahl fasziniert von der Vielfalt der farbenfrohen Musik seines Heimatlandes Spanien. Woher stammt diese farbenfrohe Vielfalt? Sie ist sicherlich Erbe des kulturellen Schmelztiegels, besonders in Andalusien. Hier prägten das Land die acht Jahrhunderte währende islamisch-arabische Zeit, der Einfluss der Juden (Sepharden) sowie der Kontakt und Austausch mit den Kulturen im Mittelmeer-Raum, den Zigeunern (ursprünglich aus Indien) und schließlich der Austausch mit der Neuen Welt (verschiedenste amerikanische indigene Kulturen sowie die vielfältigen Kulturen afrikanischer Sklaven). Diese multikulturelle Vielfalt macht die "exotische", gleichzeitig aber auch attraktive und faszinierende Klangwelt Spaniens aus.

 

 

 

MK 3reise Unterwegs

Unterwegs mit dem Märchenkosmos

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